Natur, Gewürze und Unterwasserparadies
Unsere Reise führte uns nach Nosy Be, einer kleinen Insel vor der Nordwestküste Madagaskars, rund 30 Minuten von der Hauptinsel entfernt. Nosy Be ist bekannt für seine üppige tropische Vegetation, die Gastfreundschaft der Einheimischen sowie eine artenreiche Unterwasserwelt mit beeindruckenden Sichtweiten – ein echtes Highlight für uns Taucher und Naturliebhaber.
Die Insel liegt fernab vom Massentourismus und hat sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Madagaskar zählt zu den weltweit bedeutendsten Herkunftsländern hochwertiger Gewürze. Besonders die aromatische Vanille, aber auch Kakao, Pfeffer, Muskat, Ingwer und Kurkuma werden hier angebaut. Auf den Märkten und Plantagen verspürt man intensive Düfte in der Luft. Natürlich darf man die tropischen Früchte wie Bananen, Ananas, Mangos, Papayas, Litschis, Guaven und Jackfrüchte und weitere, die auf den lokalen Märkten und auf der Straße täglich frisch erhältlich sind, nicht vergessen. Die Hauptstadt ist Andoany (alter Name: Hell-Ville). Man findet hier auf den lokalen Märkten “Fleisch-“, “Fisch”- und “Gewürz”-Ecken Am Hafen von Hell-Ville entdeckt man die alten Kanonen aus der Kolonialzeit, viele Geschäfte und sogar eine Schokoladenfabrik.
Anreise & Reisezeit Nosy Be
- Reisezeit: Anfang Dezember 2025
- Flugroute: Frankfurt – Addis Abeba – Nosy Be
Nach einem 10-stündigen Flug über Addis Abeba erreichten wir Nosy Be. Die anschließende Fahrt zu unserer Unterkunft dauerte rund 30 Minuten und bot bereits erste Eindrücke von der landschaftlichen Schönheit der Insel. Nach einem schnellen Check-in bezogen wir unser Bungalow mit Meerblick im Hotel Corail Noir, das für die kommenden 14 Tage unser Zuhause war. Die ruhige Lage unseres Hotels war der perfekte Start in einen erholsamen und erlebnisreichen Aufenthalt auf Nosy Be.
Hotel Corail Noir
Das Corail Noir (schwarze Koralle) ist ein charmantes, ruhig gelegenes Strandhotel auf Nosy Be und verfügt über 26 Zimmer, 2 Suiten und 9 Bungalows. Die freistehenden Bungalows sind groß, mit Klimaanlage und Kühlschrank ausgestattet und fügen sich harmonisch in eine gepflegte tropische Gartenanlage ein und bieten viel Privatsphäre sowie eine entspannte Atmosphäre. Ein großzügiger Pool mit herrlichem Meerblick lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Im offenen Restaurant werden regionale Spezialitäten ebenso wie internationale Gerichte serviert. Das Frühstück wird im französischen Stil angeboten und umfasst frische Croissants, Toast, Marmelade sowie saisonales Obst. An der Bar können nach dem Tauchen leckere Snacks, wie z.b Baguettes bestellt werden – ideal für uns, die es unkompliziert mögen oder nicht immer im Restaurant essen möchten. Wir konnten unser Abendessen aus drei Vor, Haupt und Nachspeisen selbst zusammenstellen. Das Hotel gehört zusätzlich noch ein privaten Strand. Der 3-mal am Tag nach Gästewunsch mit dem Boot angefahren wird. Wir waren dort wirklich alleine. Wo kann man so was noch erleben?
Zu den täglichen Highlights gehörten die spektakulären Sonnenuntergänge, die wir gerne mit einem leckeren Drink über dem Ozean ausklingen ließen.
Das Hotel Corail Noir organisiert regelmäßig Ausflüge für seine Gäste. Angeboten werden sowohl Halbtagestouren – ideal nach dem Tauchen – als auch ganztägige Ausflüge in die Umgebung. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die kleine Insel Nosy Tanikely und der Nationalpark Nosy Komba, wo Gäste Lemuren aus nächster Nähe beobachten können. Zudem beherbergt die Insel verschiedene Reptilienarten wie Chamäleons, Boas sowie beeindruckende Landschildkröten und bietet spannende Einblicke in die einzigartige Tierwelt. Ein besonderes Highlight war ein Tagesausflug auf die Hauptinsel Madagaskar, bei dem wir die vielfältige Natur, Kultur und eine Plantage für Kakao und Vanille entdecken konnten. Wer zwischen Juni – September Nosy Be besucht, hat hervorragende Chancen, Buckelwale zu beobachten, die hier jährlich einen Stopp einlegen.
Tauchen mit Aqua Dive
Der Grund unserer Reise war natürlich das Tauchen auf Nosy Be. Die Tauchbasis Aqua Diving befindet sich direkt auf dem Gelände des Corail Noir und bietet tollen Komfort von der ersten Minute an. Nach der Anmeldung an der Basis mussten wir uns um nichts mehr kümmern: Jeden Morgen standen das Tauchboot sowie unsere komplette Ausrüstung startklar bereit. Auch nach den Tauchgängen wurde alles organisiert – kein Schleppen, kein Stress, einfach entspanntes Tauchen. Geleitet von Moana, einem erfahrenen Tauchlehrer aus Französisch-Polynesien, absolvierten wir insgesamt 23 Tauchgänge, darunter auch einen faszinierenden Nachttauchgang. Begleitet wurden wir von den Tauchlehrern Matteo (Italien) und Simone (Österreich), die uns mit großem Fachwissen, viel Erfahrung und spürbarer Leidenschaft für die Unterwasserwelt begleiteten. Jeden Morgen gegen 8 Uhr ging es für zwei Tauchgänge hinaus zu den schönsten Tauchplätzen rund um Nosy Be. Bereits während der Bootsfahrt wurde das Meer aufmerksam beobachtet – insbesondere jagende Vögel an der Wasseroberfläche. Sie gelten als wichtiger Indikator für große Fischschwärme, die häufig auch größere Meeresbewohner anziehen. Genau auf diese Weise konnten wir sowohl einen Walhai als auch einen seltenen Omura-Wal entdecken und aus nächster Nähe beobachten – Momente, die kaum in Worte zu fassen sind und uns für immer in Erinnerung bleiben werden.
Die Unterwasserwelt rund um Nosy Be:
Die Gewässer um Nosy Be bieten außergewöhnliche und entspannende Taucherlebnisse ohne große Strömungen, in einer weitgehend ursprünglichen Unterwasserwelt des Indischen Ozeans. Da wir uns am Ende der Saison befanden, waren wir häufig die einzigen Taucher auf dem Tauchboot – ein Luxus, der intensive Naturerlebnisse fernab von Massentourismus ermöglicht.
Intakte Korallenriffe, riesige Gorgonien (wir reden hier von 3–5 m im Durchmesser), dichte Fischschwärme, Netzmuränen, Langusten, Stachelrochen, Zackenbarsche, Barrakudas, Thunfische, Weißspitzen- und Grauhaie, Adler und Mobularochen und das bei Sichtweiten von teilweise über 40 Metern machen Nosy Be zu einem besonders attraktiven und ursprünglichen Tauchgebiet im Indischen Ozean, das wir uneingeschränkt weiterempfehlen. Wir haben auch an 3 Wracks getaucht und auch hier gab es viel Fisch um die Wracks, aber auch Feuerfische, Frogfische, Krokodilsfische, Nacktschnecken und Makrolebewesen.
Persönliche Highlights
Begegnung mit einem Walhai – nach einem Sprung ins Wasser sahen wir den Gigant, wie dieser ruhig, majestätisch und an uns vorbei zog, bevor er im dunklen Blau verschwand.
Sichtung eines seltenen Omura-Wals, den wir auf der Rückfahrt vom Tauchspot rund 15 Minuten lang aus nächster Nähe vom Boot aus beobachten konnten.
Fazit
In Deutschland ist Nosy Be noch immer ein echter Geheimtipp. Fernab vom Massentourismus hat sich die Insel ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Wir haben die Zeit hier im Hotel Corail Noir in vollen Zügen genossen, da man neben dem Tauchen auch schöne Ausflüge problemlos und sicher machen kann.
Für diejenigen, die das Nachtleben auf Nosy Be bevorzugen, sollte sich über den Ort Ambatoloaka informieren. Hier gibt es, Strandbars, Restaurants und Clubs bis spät in die Nacht belebt sind, oft mit Live-Musik und Beachpartys.



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